Gemeinsam gegen sexuelle Gewalt: «Nein heisst Nein!»
21. April 2024
Glarus, 21. April 2024 – Unsere Veranstaltung «Nein heisst Nein» vom Donnerstag 18. April 2024, stiess auf breites Interesse und grosse Teilnahme.
Mehr als 50 Personen kamen in der Gemeindestube Ennenda zusammen, um mehr über das neue Sexualstrafrecht zu erfahren.
Bianca Winteler, Präsidentin Die Mitte Frauen Glarnerland, eröffnete den Abend mit einem Aufruf, dass es bereits 5 nach 12 sei, um die Herausforderungen der sexuellen Gewalt in unserer Gesellschaft anzugehen. Denn leider zeigt die Realität, dass sexuelle Gewalt noch immer weit verbreitet und die Dunkelziffer immens hoch ist. Es ist höchste Zeit zu handeln, denn es geht uns alle etwas an, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft.
Ab dem 1. Juli 2024 tritt das neue Sexualstrafrecht in Kraft und markiert einen bedeutenden Schritt in die richtige Richtung. Es sendet eine klare Botschaft: Sexuelle Gewalt wird nicht toleriert. «Doch ich glaube wir sind uns alle einig, dass ein neues Gesetz alleine nicht ausreicht. Es bietet den Opfern weder mehr Sicherheit oder Schutz. Vielmehr benötigen wir einen kulturellen Wandel, der geprägt ist von Offenheit, Respekt und Solidarität. Jeder von uns kann seinen Beitrag daran leisten.» appellierte Bianca Winteler an die Anwesenden.
Julia Schmidiger, Mitglied Mitte Luzern, Juristin und Ermittlerin bei der Luzerner Polizei führte dann ca. 1 Stunde durch die neu ausgearbeiteten Artikel und erklärte Anhand von Beispielen die Neuerungen und Unterschiede. Zum Schluss konnten diverse Fragen direkt beantwortet werden und auch beim anschliessenden gemütlichen Zusammensein wurde die Zeit genutzt, um Geschichten und Erfahrungen auszutauschen.
Sehr berührend war die Wort-Meldung von Julia Schmidiger’s Mutter. Sie rief die anwesenden Frauen zu mehr Mut auf, offen über das Thema zu sprechen, was mit einem grossen Applaus belohnt wurde.
Die hohe Teilnehmerzahl zeigt, dass das Bewusstsein für das Thema zunimmt. Für ein kulturelles Umdenken in unserer Gesellschaft brauchen wir Aufklärung, Prävention und Unterstützung.
Wir danken allen Teilnehmenden für ihr grosses Interesse und der wichtigen Diskussion. Diese Veranstaltung war ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Gesellschaft, in welcher sexuelle Gewalt nicht länger ein Tabuthema ist. Jetzt liegt es an uns allen, diesen Impuls und die Offenheit zum Thema zu verbreiten.